„Zeitalter der Lüge“? – Gespräch mit Prof. Quandt in ZEIT Geschichte

Professor Dr. Quandt (PropStop Projekt) wurde in der aktuellen Ausgabe des Zeit-Geschichte Magazins mit dem Titel „Die Macht der Lüge“ zusammen mit dem Historiker Wolfgang Wippermann interviewt. Die beiden sprachen über Verschwörungstheorien, politische Propaganda und den Einfluss des Internets.

Professor Quandt hebt dabei hervor, dass es trotz der aktuellen öffentlichen Debatte über ein ‚postfaktisches Zeitalter‘ keine empirischen Grundlagen gäbe, die eine allgemeine Zunahme von Lügen belegen würden. Das Internet habe lediglich vormals private Diskussionsräume zugänglich und sichtbar gemacht.
Auch bei dem kontroversen Begriff der ‚Lügenpresse‘ müsse man zwischen Menschen mit einer diffusen Skepsis gegenüber Journalisten und solchen, die dem Begriff als politische Aktion verstehen und eine organisierte Verschwörung dahinter vermuten, unterscheiden.
Das Anziehende einer solchen Theorie sieht Quandt in dem Versprechen einer exklusiven Wahrheit. Im Laufe der Geschichte hätten sich jedoch manche zunächst als abwegig abgetanen Ideen als belegbar erwiesen, etwa die durch Edward Snowden aufgedeckten Praktiken des NSA-Geheimdienstes.
Obwohl das Internet Verschwörungstheoretikern neue Chancen zur Vernetzung bietet, sieht Professor Quandt die größere Gefahr in staatlich geförderter Propaganda. Hier sei der russische Geheimdienst ein prominentes Beispiel, es sei jedoch anzunehmen, dass andere Nationen ähnliche Strukturen betreiben.
Den Mediennutzern rät er, kritisch mit Informationen umzugehen, denen sie online begegnen. Vielleicht führe die Amtszeit von Donald Trump ja tatsächlich zu einer größeren politischen Partizipation der jüngeren Generation.

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